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Die Geschichte des Baumschmucks

Die Jahrhunderte alte Geschichte des Weihnachtsbaums hat viele traditionelle und regionale Stile des Schmückens hervorgebracht.

Der älteste Baumbehang bestand aus essbarem Schmuck. Neben Äpfeln und Nüssen gab es besonderes Backwerk wie Kringel oder Brezel, die sich gut an den Zweigen befestigen ließen. Traditionell durfte der Baum dann von den Kindern geschüttelt werden und was herunterfiel konnte aufgegessen werden. Diese Tradition ist für heutige Wohnzimmer und hyperaktive Kinder weniger zu empfehlen (obwohl die Vorstellung auch etwas für sich hat…). Aber selbstgebackener Baumschmuck ist auch heute eine richtig tolle Sache. Dazu finden Sie noch mehr Tipps in späteren Kalendertürchen.

Historisch gesehen kam als nächstes Spielzeug als Baumschmuck hinzu. Das waren meist kleine, aus Stöckchen oder Sägearbeiten gefertigte Figuren, Strohpüppchen oder aus Wolle gefilzte Tierchen. Man muss sich bewusst machen, dass früher die dunkelsten Wochen im Jahr auch relativ tatenlos dahin gingen. Es gab nichts mehr auf den Feldern zu tun, alle Ernten waren konserviert und verarbeitet und es blieb nichts, als vielleicht das Werkzeug zu pflegen, Holz zu hacken und – Handarbeiten! Kein Wunder, dass da die eine oder andere Mußestunden anfiel, in der bei Kerzenschein hübsche Basteleien für den Baumschmuck angefertigt werden konnten. Wohl dem, der heutzutage noch die Ruhe hat, den Advent zum Schnitzen, Sägen, Nähen, Filzen oder Basteln zu nutzen.

Auch aus Papier wurde viel Baumschmuck selber gemacht. Lange, girlandenartige Ketten aus Papier schmückten die Zweige und mit geschickt gefalteten und eingeritzten Bögen wurden fantasievolle Sterne hergestellt. Man hat auch – anstelle von richtigem Spielzeug – einfach Dinge auf festen Karton aufgemalt und sie dann als Baumschmuck ausgeschnitten.

Im 19. Jahrhundert gab es dann auch industriell hergestellte Bilderbögen und Bastelsätze die man kaufen konnte und die Zuhause ausgeschnitten, geklebt und fertig gestellt wurden. Metallimitate und Glitter spielten da beim Druck schon eine große Rolle. Der Renner war damals die so genannte „Dresdner Pappe“. Das waren kleine Figuren und Schmuckelemente aus geprägtem Karton, so ähnlich wie wir heute noch die Glanzbilder kennen. Diese Schmuckelemente hatten oft gar keine auf Weihnachten bezogenen Motive, sondern richteten sich nach der Mode und neuen Entdeckungen. So schmückten auch Lokomotiven, Heißluftballons oder Zeppeline den Weihnachtsbaum.

Im 19. Jahrhundert fertigten auch viele Menschen, besonders in Sachsen und Thüringen, das ganze Jahr über in Heimarbeit Weihnachtsbaumschmuck aus Pappmache und Watte. Später entwickelte sich aus dieser Industrie der heute noch berühmte, sächsische Holzschmuck aus dem Erzgebirge.

Die Thüringer verlegten sich auf den Glasschmuck, der dort erstmals um 1850 gefertigt wurde. Schon ab 1867 gab es eine Massenproduktion der hauchdünnen und mit Silbernitrat zum Spiegelglanz gebrachten Kugeln. Zunächst fand dieser teure Schmuck aber nur Einzug in die weihnachtlichen Häuser der Gutbetuchten.

Es waren (natürlich) die Amerikaner, die Ende des 19. Jahrhunderts damit anfingen, aus dem glänzenden, hauchdünnen Glas nicht nur Kugeln, sondern auch alle möglichen anderen Motive zu schaffen.

Kurz nach dem zweiten Weltkrieg war der so zerbrechliche Baumschmuck absolute Mangelware. Auf dem Schwarzmarkt wurden Höchstpreise für intakte Christbaumkugeln gezahlt. Man behalf sich noch Jahre nach dem Krieg mit übers Jahr gesammeltem Stanniolpapier, das dann um kugelförmig zerknüllte Zeitung gewickelt und Tannenzweige gehängt wurde.

Der Erfindungsreichtum, den Entbehrung hervor bringt, hat uns auch heute noch sehr schöne Traditionen beschert: Strohsterne zum Beispiel. Ein Baum, der nur mit kunstvollen Strohgebilden und ein paar roten Schleifen geschmückt ist, strahlt eine besondere Heimeligkeit aus.

Heute haben wir die Wahl unter einer ungeheuren Vielfalt an Baumschmuck. Der Fantasie sind weder durch das Angebot, noch durch die Mode oder traditionelle Zwänge Grenzen gesetzt. Es gibt Autobastler, die ihren Baum mit Schrauben und Muttern schmücken, es gibt Starwars-Baumschmuck und Hello-Kitty-Kugeln. Alles geht, nichts muss.

Am Ende lieben wir aber dann doch wieder das Weihnachtliche – oder eben das, was wir persönlich als weihnachtlich empfinden.

Wir glauben: Sie finden schon heraus, welchen Baumschmuck sie selber am schönsten finden!

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