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Die Geschichte des Weihnachtsbaums

Man fragt sich ja eigentlich jedes Jahr, wozu man das ganze Theater eigentlich veranstaltet. Advent und Plätzchen und Basteln und Geschenke und sich einen Baum ins Zimmer holen! Das muss man sich mal klar machen: Nicht einen Blumenstrauß oder ein paar Zweige – nein, ein ganzer Baum muss es sein!

Aber ehrlich: Die  Frage „Warum mache ich das eigentlich alles?“ stellen wir uns nur im Advent, wenn das gesamte Berufsleben, wie jedes Jahr, irgendwie dem Wahnsinn verfällt und man einfach nur in Ruhe – Füße hoch – unterm Tannenbaum sitzen und Kekse essen will.

Denn ist Weihnachten erst mal da und das Bäumchen strahlt im warmen Zimmer – dann wissen wir genau, wofür wir das alles gemacht haben. Denn Weihnachten ist einfach schön. Und so schlimm war es dann rückblickend auch wieder nicht.

Aber wo kommt er eigentlich her, dieser Weihnachtsbaum? Wer kommt auf so merkwürdige Ideen?

Die Menschen der nördlichen Erdhalbkugel haben sich wahrscheinlich schon zu Urzeiten, in der kalten Jahreszeit, immergrüne Zweige in ihre Behausungen geholt. Sie dienten als Schmuck und zur Erinnerung daran, dass wieder ein Frühling kommen wird. Besonders in der dunkelsten Zeit des Jahres, um die Wintersonnenwende am 21. Dezember, bekam der grüne Hausschmuck eine große Bedeutung und wurde durch Lichter ergänzt. Die Wintersonnenwende war auch schon zu vorchristlicher Zeit bei allen Völkern der Nordhalbkugel ein wichtiges Fest. Es war der Tag, ab dem das schwindende Licht wieder an Kraft gewann - der Tag der Hoffnung auf Sonne, Licht und Wärme. Und für Feste hob man besondere Nahrungsmittel und Leckerbissen auf, die sich über den Winter hielten: Nüsse, Äpfel, Trockenfrüchte und hartes Gebäck.

Der eigentliche Weihnachtsbaum, wie wir ihn heute kennen, hat sich im Brauchtum aber erst vor vergleichsweise kurzer Zeit durchgesetzt.

Lange wurde angenommen, dass der erste Weihnachtsbaum im Straßburger Münster gestanden hat. Nach neuesten historischen Forschungen scheint er aber um die Mitte des 16. Jahrhunderts von den Handwerkszünften eingeführt worden zu sein.

Der erste schriftliche Beleg für einen Weihnachtsbaum findet sich in einer Bremer Zunftchronik. Dort wurde 1570 ein kleiner Tannenbaum beschrieben, der im Zunfthaus aufgestellt und mit Äpfeln, Nüssen, Datteln, Gebäck und Papierblumen geschmückt wurde. Die Kinder der Handwerksgenossen durften dann den Baum schütteln, so dass die Leckereien herunterfielen und gegessen werden konnten. Ob sie dies zum Weihnachts- oder erst zum Neujahrstag durften, ist noch umstritten.

Auf jeden Fall fanden die Menschen so großen Gefallen an diesem schönen Brauch, dass er sich sehr rasch in Deutschland und den angrenzenden Ländern verbreitete. Für lange Zeit wurde der Baum ausschließlich mit Früchten, Nüssen und Zuckerwerk oder auch Spielzeug geschmückt. Erst ab ca. 1730 kamen auch brennende Kerzen hinzu. Ab dem Anfang des 19. Jahrhunderts gab es in gehobenen Kreisen auch mundgeblasene Glaskugeln als weihnachtlichen Baumschmuck. Diese schöne und kunstvolle Variante hat sich bis heute zu einer ungeheuren Vielfalt weiter entwickelt.

Das Lametta, als Symbol für Eiszapfen, kam erst 1878 dazu und wurde offenbar in Nürnberg erfunden. Mit der Zeit setzten sich sogar verschiedene regionale, kunsthandwerkliche Schmuckstile für Weihnachtsbäume durch.

Es gab lange Zeit viel Streit darum, ob der Weihnachtsbaum nun ein christlicher oder ein ursprünglich heidnischer Brauch ist. Historiker haben herausgefunden, dass er beides nicht ist. Er ist einfach eine wunderschöne Idee von kreativen Menschen, die der Jahreszeit entspricht und vor allem den Kindern Freude macht.

Heute hat sich der prachtvolle und glitzernde Weihnachtsbaum in Ländern auf der ganzen Welt verbreitet. Und auch wenn er eigentlich nicht aus einem heidnischen Brauch zur Wintersonnenwende entstammt, ist er doch ein Symbol des wiederkehrenden Lichtes, der Hoffnung und dem liebevollen Zusammenhalt unter Menschen um die dunkle, kalte Jahreszeit gemeinsam besser zu überstehen.

Wir glauben: Egal für was der Weihnachtsbaum ein Symbol ist, er ist einfach schön und macht Spaß!

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